Mochte der VW T1 in Sachen Raumökonomie einen großen Eindruck auf dem US-Markt gemacht haben, so kam er drüben wie eine halbe Portion vor. Die Abkehr von den Pickup-basierten Panel Vans ist dem Wolfsburger indes maßgeblich zuzuschreiben, doch passten die Amerikaner ihre eigenen Folgemodelle den heimischen Ansprüchen an.
Nach den Vans und Pritschen der 1964 lancierten A-Series führte Dodge – logisch – die Vans der B-Series ein; Pritschen waren hier nicht mehr vorhanden, die derart steile Frontpartie der Vorgänger ebenfalls nicht. Sportsman-Transporter hatten Seitenfenster und Sitzplätze, die in den ansonsten identischen Tradesman-Modellen nicht vorhanden waren. Drei Gewichtsklassen standen beim gewerbeorientierten Tradesman zur Wahl: der B100 mit 458 bis 601 kg Zuladung, der B200 mit 850 bis 1154 kg und der B300 mit 1080 bis 1871 kg. Alle Modelle gab es mit 277 sowie 323 cm Radstand, für die langen B200 und B300 gab es eine weitere Längenoption: Beim Maxivan wurde der hintere Überhang um 46 cm verlängert, was die Gesamtlänge gleichermaßen auf 538 cm steigerte. Darüber hinaus hatte Dodge... 

...in Kombination mit dem Maxivan Sportsman als erster Anbieter eine 15-Personen- Bestuhlung im Programm.
Wer weniger Nachbarschaft, aber mehr Wohnkomfort herumkutschieren wollte, griff lieber zu einer der zahlreichen Camper Conversions. Deren Umfang reichte von Aufstelldächern mit Küchenzeile und Sitz-Schlaf-Kombo bis hin zu kompletten Wohneinrichtungen wie in vorliegendem Surveyor-Umbau. Über das Unternehmen ließ sich nichts herausfinden, wohl aber, dass die 1996 gegründete Forest River Inc. den offenbar gut beleumundeten Namen aktuell für diverse eigene Camping-Modelle nutzt. Bei einem Blick in diesen Surveyor auf Basis eines 1975er Dodge B300 Tradesman Maxivan ist der positive Ruf kaum verwunderlich: Vertäfelung in zeitgemäßem dunklen Holzimitat, Dreiflammenherd inklusive Backofen, Spüle, Kühlschrank, Nasszelle und Schlafcouch sprachen den anspruchsvollen Urlaubsreisenden in jedem Fall an. Stilsicher wurde dann auch passend zum Exterieur in White und Light Blue die Matratze über der Fahrerkabine in einen der überaus modischen grob gewebten Plaidstoffe gehüllt.


Schluckspecht: Der ziemlich kompakte Kastenwagen genehmigt sich besonders mit dem V8-Big-Block heftige Sauforgien...
Fotos(2): Oldtimerreporter.Eichbaum


Wie in einem düsteren Lieferwagen wollte freilich keiner seine Freizeit verbringen; die auf dem Papier gegenüber dem Sportsman etwas höhere Nutzlast wurde mit Dunkelheit erkauft. Andere Camper Conversions auf Sportsman-Basis hatten dieses Problem nicht, doch zumindest hielt die Dodge-Optionliste für den Tradesman die Fenster für die jeweils zweiflüglige Heck und- Seitentür bereit. Die Seitenfenster vor dem Küchenblock hielten beim Umbau Einzug. Weiteres Sonnenstrahlen gelangte durch die Fenster des Hochdachs, das zudem ein Oberlicht umfasste. Da strahlte der Camping-Fan beim Morgenkaffee genauso wie wenig später sein Tankwart: Den schwachbrüstigen 225 ci Slant Six orderten nur unwissende Knauser, ob des nicht eben geringen Gewichts von deutlich über zwei Tonnen empfahl sich der 318 ci Smallblock, der 360 ci Smallblock oder gleich der 440 ci Big Block V8. Statt der Dreigang-Schaltung lieber ein paar Dollar in die dreistufige Loadflite-Automatik gesteckt, so ging die Fahrt in die Sommerfrische nahezu genauso kommod wie im sonst genutzten Pkw vonstatten. Gemein mit dem klassischen Fullsize-Ami hatte der Dodge B300 Surveyor allerdings noch etwas anderes: Der 83-Liter-Tank hielt nicht lange vor...