Dieser Einsatzwagen – vermutlich Baujahr 1984 - sorgte im 250-Einwohner-Nest Krašči an der österreichischen Grenze für Sicherheit. Den verdienten Ruhestand genießt der rote IMV Gasilec fern der Heimat in Berlin. 
Fotos(2): Oldtimerreporter.Eichbaum


Nicht nur Zastava und Yugo: Das einstige Jugoslawien wies noch weitere Kfz-Hersteller auf, wie IMV belegt. Denn auch der Gasilec, der Feuerwehrmann, wollte nicht laufen.
Im Jahre 1954 unter dem Namen Agroservis mit Sitz im slowenischen Novo Mesto zur Instandhaltung von Landmaschinen gegründet, begann das Unternehmen in Zusammenarbeit mit Auto Union alsbald unter dem Titel Moto Montaža, leichte Nutzfahrzeuge und DKW-Personenwagen zu montieren. 1959 wurde das Werk in Industrija Motornih Vozil (Industrie von Kraftfahrzeugen) umgetauft und erzeugte neben den DKW-Modellen auch Wohnwagen. Von 1967 bis 1972 produzierte IMV mit Konzession der British Motor Company Mini 1000, Austin 1300 und Austin Maxi 1500/1750.

Ab 1973 arbeitete IMV dann mit Renault zusammen und fertigte den R4, den R12, den R16 sowie den R18, wobei der R4 seine größeren Geschwister in den Fertigungszahlen mit gut 575.000 Einheiten bis 1992 deutlich abhängte. Im Jahr 1989 verleibte sich Renault die Pkw-Sparte von IMV als Revoz – Renault Vozila – ein. Neben den verschiedenen Pkw-Lizenznachbauten produzierte IMV zusätzlich Wohnwagen und -mobile sowie Nutzfahrzeuge nach selbst erstellten Plänen, wobei die Triebwerke der jeweils aktuellen Partner Verwendung fanden. So verfügte der...

...gezeigte IMV Transporter zunächst als IMV 1000 über den Einliter-Zweitakter aus dem Hause DKW. Nachdem die Gleichung 3=6 dann nicht mehr aufging, folgte der Sechzehnhunderter-Viertakter von BMC, der später dem 1647-ccm-Aggregat von Renault zu weichen hatte. Einen Hinweis auf den französischen Motor gibt das Suffix R in der Typenbezeichnung IMV 1600 R. Der Vierzylinder-Benziner mit 79 mm Bohrung und 84 mm Hub mobilisierte 61 PS bei 4.900 Umdrehungen und 112 Nm bei 2500 Touren. Mehr war bei 7,6:1 Verdichtung nicht drin. Der spätere IMV 1900 war mit gleichem Triebwerk marginal schwächer. Über eine Viergang-Handschaltung gelangte die Kraft an die Vorderräder, bis 110 km/h wurden maximal 900 kg Last beschleunigt.
Karosserieseitig zeugten der schmucklose schwarze statt wie ehedem matt gebürstete trapezförmige Grill und die Blinker vom IMV Oldtimer von dessen französischem Herz. Flankiert wurde die rechteckige Lamellenfront von den Fahrtrichtungsanzeigern, die zuvor glubschäugig unter der Windschutzscheibe saßen. Dass die Front fortan stärker Renault Estafette und Peugeot J7 ähnelte, kam sicher nicht zufällig...
Als verglaster Minibus hätte der im Kotflügel-Türbereich vorn kräftig an den Ford FK 1000  angelehnte Transporter auf „IMV 1600 BR“ gehört, wobei das B für Bus stand. Typisch für historische Nutzfahrzeuge, überlebten primär die stets sorgfältig gewarteten, wenig bewegten und trocken gelagerten Feuerwehr-Fahrzeuge und Militär-Reserven.



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