Chancen für Altdiesel? Politik und Wirtschaft haben es in der Hand. Foto:berlinreporter.Haehnel
Mitte: So sieht die Baumot-TwinTec-Lösung aus. Grafik: Werk


[Artikel überarbeitet] Dieselskandal. Immer wieder gern genommen von den Kollegen, dieses Wort.  Aber gibt es den wirklich, den Dieselskandal?
Nun:
Die Konzerne haben betrogen. Das ist ein Skandal, ein Managerskandal
Die Politik – vornehmlich Frau Merkel – hat immer wieder in Brüssel schärfere Abgas-Grenzwerte verhindert. Das ist ein Skandal, ein Politikskandal.
Kaum jemand hat sich um die Luft in unseren Städten gekümmert, die Luft ist gemeint, die wir alle atmen müssen – besonders unsere Kinder und Enkel, denn sie sind besonders nah am Auspuff. Das ist ein Skandal, ein Umweltskandal.
Und kaum jemand unterscheidet richtig zwischen Technik, Politik und Rechtsprechung. Auch das ist ein Skandal – zumindest trägt das nicht zur Klarheit bei.
Also, zunächst einmal zur Rechtsprechung: Wenn es denn Urteile gibt, die als Folge Fahrverbote zur Luftverbesserung generieren, sind das nicht die bösen Richter, die Autofahrern ans Leder wollen. Gerichte haben sich schlicht an die Gesetze zur Luftreinheit zu halten. Und die haben sich immer weiter von den Vorgaben für die Auto-Grenzwerte (siehe oben) entfernt.
Dann zur Technik: Es gibt Lösungen, schon lange! Da wäre zum...

...Beispiel AdBlue, das LKW und Busse sauber macht, sauberer als die meisten PKW und Kleintransporter – und damit auch die Basisfahrzeuge für unser aller Hobby und Arbeit. Marcus Hausser, Chef der BaumotGroup in Königswinter sagt dazu: „Technisch ist es mit unserem BNOx möglich, auch ältere Fahrzeuge ab Euro 2 nachzurüsten: Bei Stadtbussen, die wir im Rahmen diverser Umrüstprojekte auf Euro 6 bringen, machen wir das schon seit längerem erfolgreich. Da der Kastenwagen für viele Handwerker die Existenzgrundlage darstellt und oft, wie auch beim Wohnmobil, mit teurer Ausstattung versehen wurde, werden wir uns bemühen für möglichst viele Varianten dieser Fahrzeuggruppe ein BNOx-System anzubieten. Wir sind hier sehr zuversichtlich umgehend eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung bereitstellen zu können, die es weiterhin erlauben wird mit Sprinter oder Ducato in die Innenstädte einfahren zu dürfen.“
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winTec macht also vor, wie es aktuell ab 1500 Euro geht, das Nachrüsten dieser älteren Autos bis zu Euro 2 herunter. Auch HJS geht ähnliche Wege. Diese Nachrüstlösungen müssten halt mal homologiert und zugelassen werden, damit sie dann auch anerkannt werden und Fahrverbote für solchermaßen nachgerüstete Vans nicht greifen.

Schließlich nützen einem California- oder Roadcamp-Fahrer Dieseleintauschprämien von 7000 Euro nichts, bei den hohen Einstandspreisen. Und die Branche? Hier scheinen derlei Diskussionen keine Rolle zu spielen: PSA, also Citroen und Peugeot beispielsweise bieten AdBlue-Lösungen jetzt schon bei Neuwagen an. Fiat dagegen nicht und Fiat reagiert auch nicht auf entsprechende Anfragen. Den WoMo-Neuwagen-Verkäufern scheint das nach unserem Erleben und vielen Gesprächen auf dem Caravan-Salon nicht so wichtig zu sein. Euro 6 soll so oder so reichen. Wenn das mal nicht nach hinten losgeht.


Und nun kommt die Politik ins Spiel. Anlässlich der Wahl wollten wir wissen, wie die Parteien so darüber denken. Wir haben CDU, SPD, Linke, Grüne, FDP und AfD gefragt, wie es bei ihnen so um Lösungen und vor allem um die wirksame Zulassung von Nachrüsthardware steht.

Unser Eindruck bei den Antworten ist der: Manche haben die Frage nicht verstanden und nur ihre Standard-Floskeln geantwortet. Andere scheinen sich nicht für das Thema Vans / Diesel / Luft und Nachrüst-Möglichkeiten zu interessieren.



Die HJS-Nachrüstlösung: Links der (vorhandene) Partikelfilter, rechts der AdBlue SCRT-Stickoxid-Filter. Grafik: Werk




Bleibt für uns nur dieses Fazit: Wir alle müssen den Abgeordneten auf die Pelle rücken - gerade auch nach der Wahl!! Alle haben ein Bürgerbüro mit Sprechzeiten. Denn: Von nichts kommt nichts. Wir jedenfalls bleiben dran.


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